„Didi Contractor – Marrying the Earth to the Building“ nähert sich mit poetischer Sprache einer bemerkenswerten Künstlerin und Architektin. Sie baut und gestaltetet mit natürlichen Materialien – Lehm, Bambus, Schiefer und Flussstein. Ihre Häuser und deren Bewohner lassen uns an ihrer Vision teilhaben und sensibilisieren uns für die globalen Fragen über den Umgang mit Mutter Erde.

Trailer

Über den Film

Am Fuße des Himalayas, im Nordwesten Indiens, realisiert Didi Contractor seit über zwanzig Jahren mit Leidenschaft ihre architektonischen Visionen. Inspiriert von der landestypischen Architektur im Kangra Valley entwickelt sie neue Antworten auf die Frage: wie kann Architektur Teil unseres Ökosystems sein.

Tag und Nacht arbeitet die heute 86-jährige. Dabei skizziert sie nur grob, aber proportioniert auf den Punkt genau. Jedes Haus ist so individuell wie seine Bewohner und seiner natürlichen Umgebung angepasst. Dafür beobachtet Didi Contractor den Ort des Baues genau, beschäftigt sich mit den Jahreszeiten, dem Lauf der Sonne und bindet das natürliche Licht als Material ein. Sie integriert Lehm, Bambus, Schiefer und Flussstein. Materialien, die alle aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Didi Contractors Architektur ist ökonomisch, ökologisch und nachhaltig, eine Architektur, die Landschaft und Haus miteinander vereint.

Die Erde, die ich zum Bauen benötige, entnehme ich direkt der Baustelle. Also bin ich auch verantwortlich, das wieder zu reparieren. Und diese Verantwortung möchte ich wahrnehmen. Insofern ist auch die Landschaftsgestaltung für mich ausschlaggebend… und ich denke, Landschaftsarchitektur ist wirklich zentral. Sie vermählt die Erde mit dem Haus. Darin liegt eine tiefe Verbindung, die unsere Verbindung dazu stärken sollte. (Filmzitat, Didi Contractor)

Regisseurin Steffi Giaracuni entwirft in ihrem wunderbar fotografierten Dokumentarfilm das Porträt einer starken, künstlerischen Frau, die ihre baulichen Visionen als tiefe Verbundenheit von Mensch und Natur versteht.

Über Didi Contractor

Didi Contractor wurde 1929 in Minneapolis Minnesota geboren. Ihre Eltern, der deutsche Edmund Kinzinger und die amerikanische Alice Fish Kinzinger, waren expressionistische Maler und gehörten zur Künstlergruppe des Bauhaus der 20er Jahre. In dieser Tradition wuchs Didi Contractor auf und studierte ebenfalls Kunst, obwohl sie sich schon als kleines Mädchen zur Architektur hingezogen fühlte. Das Bewusstsein dieser frühen Jahre im 20. Jahrhundert vermittelten ihr jedoch, dass sie als Frau nicht Architektur studieren durfte.
1951 heiratete sie den jungen indischen Ingenieurstudenten Narayan Contractor und begann mit ihm ein neues Leben in seinem fernen Heimatland Indien. Während die Kinder heranwuchsen, verband Didi Contractor sich immer tiefer mit der neuen Kultur. Das Kunststudium wurde zur Basis für ihre weitere Entwicklung in Design und Architektur. Mit 65 Jahren beginnt Didi Contractor in Himachal Pradesh Lehmhäuser zu bauen.

Interviewpartner

Regiestatement

Seit über 20 Jahren stellt sich Didi Contractor mit ihrer Art zu Bauen den komplexen Herausforderungen, wie Klimawandel, Energiekrise und Schadstoffminimierung. Dabei hat sie sich fortwährend durchgesetzt und widersetzt – gegen traditionelle Rollenbilder, gegen anhaltende Paradigmen der Kolonialgeschichte oder gegen die Modernisierung nach westlichem Vorbild.

Für mich ist Didi Contractor eine mutige und starke Frau und ich bin begeistert von ihren architektonischen Visionen. Ihre Häuser sind überzeugende Beweise einer möglichen konsequenten alternativen Wohn-und Lebensform. Im Dunkel eines Kinosaales, möchte ich die Zuschauer mitnehmen in die faszinierende Welt von Didi Contractor und mit diesem Film Mut machen, an ungewöhnliche Ideen zu glauben und sich ein Leben lang dafür einzusetzen.

Stimmen zum Film

Es hat viel zu wenig Frauen in der Baubranche, und die die da sind, sieht man nicht! Dagegen hilft der Film über Didi Contractor.
Barbara Buser Architektin ETH / NDS Energie / www.insitu.ch
Je länger man dieser Frau mit den wallenden, hellen Baumwollkleidern bei den Gesprächen mit Mitarbeitenden und Kunden zuschaut, desto stärker fühlt man sich angezogen von ihrem Werk, ihrer Person. Sie plädiert für eine Aufwertung des traditionellen Handwerks und der althergebrachten, lokalen Bauweise und schafft damit Bauten, die atmen, beinahe wesenhaft wirken.
Susanna Koeberle www.swiss-architects.com
Der Film ist eine Hommage an eine LowTec Architektur. Didi Contractor führt uns vor Augen, was "Bio" und "Regional" heisst. Davon könnten wir uns eine Tranche abschneiden.
Doris Müller Architektin FH / www.lehmbaubuero.ch
Entsprechend der schlichten Lehmbauten der Protagonistin übt auch die Filmsprache keine Vortäuschung, keinen Exzess. Didi Contractor – Marrying the Earth to the Building assoziiert Didi Contractors Bauten bildhaft mit der sie umgebenden Natur. Diese im Titel erwähnte Vermählung zwischen Erde und Bauwerk wird zum Programm des Dokumentarfilms.
Valentina Zingg www.cinemabuch.ch
Man geniesst als Zuschauer das Gefühl der Entschleunigung und bekommt ein Gespür für die Verbundenheit mit der Natur. Alternatives Bauen mit einer spirituellen Note macht auch beim Zusehen Spass und man merkt es dem Film an, dass Regisseurin Steffi Giaracuni mit Begeisterung hinter der Sache steht.
Julian Gerber www.cineman.ch

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